Wüste

Das Unternehmen Wüste

Das Unternehmen Wüste war der Deckname für einen im Rahmen des Geilenberg-Programms unternommenen Versuchs den dringend benötigten Treibstoff aus Ölschiefer zu gewinnen.

Trotz dem, dass mit den damals bekannten Verfahren zur Gewinnung von Treibstoff aus Lias-Ölschiefer nur sehr geringe menge gewonnen werden konnte, wurde der Aufwand aufgrund der schlechten Versorgungslage unternommen.

Im Zuge des Programmes wüste wurden in kürzester Zeit 10 Ölschieferwerke erichtet. Die Gewinnung des Ölschiefers fand ausschließlich durch KZ-Häftlinge statt. Die SS stellte für das Unternehmen über 10.000 Häftlinge zur Verfügung. Mindest 3.480 überlebten die Zwangsarbeit nicht.  Als Bauzeit für die Anlagen wurden 2 bis 4 Monate veranschlagt. Mit dem Bau begonnen wurde im September 1944

Die Erwartungen konnte das Unternehmen Wüste aber nicht erfüllen. Von den 10 geplanten anlagen konnten bis Kriegsende nur 4 Stück mit einer notdürftigen Produktion beginnen. Um eine Tonne Mineralöl zu gewinnen mussten 35 Ölschiefer aufgewendet aufgewendet. Das aus dem Ölschiefer gewonnene Mineralöl war extrem Minderwertig. Es konnte somit nur in speziellen Motoren verwendet werden. Trotzdem wurden bis Kriegsende ungefähr 1500 Tonnen Mineralöl gewonnen.

Nachdem Krieg übernahmen die Franzosen die die Produktion. Sie hofften durch die Produktion von Schieferöl gewinne erzielen zu können. Auch die Franzosen konnten durch die geringe Öl ausbeute nicht kostendeckend Arbeiten und mussten die Raffinationsanlage stelligen. Das Werk wurde 1949 endgültig aufgelöst.

Heute erinnert die 1989 eröffnete Gedenkstätte Eckerwald an die Opfer des Unternehmens Wüste.

Im Zuge des Geilenberg-Programmes bzw. des Mineralölsicherungsplans wurden neben den Wüste-Anlagen außerdem die Ofen-, Rost-, Dachs-, Schwalbe– und Molch-Anlagen gebaut.

 

Weitere Informationen zum Unternehmen Wüste

Riss
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Die Wüste-Anlagen werden auf den Seiten 52 und 53
des Buches Die Rolle der Untertageverlagerung in der Deutschen Rüstungsproduktion 1943-1945 behandelt. Das Buch verschafft einen Guten überblick über Untertageverlagerungen und behandelt auch die Molch, Schwalbe und Rost anlagen.